Performance-Projekt "Tanztheater"
mit Kindern und Jugendlichen
aus stationären Einrichtungen
der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Ablauf
Die vier-bis fünftägigen Projekte finden in den Ferien statt, also sollten für die Kinder und Jugendlichen Spaß, Kreativität und das Entwickeln eines guten Gruppengefühls im Vordergrund stehen.

Oft entwickelt sich im Laufe der Tage eine enorme Bereitschaft der Kinder und Jugendlichen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu fördern. Da wird noch in der Mittagspause weiter geprobt und an Songtexten herum geschrieben, es werden Kleidungsstücke für die Performance ausgetauscht und anprobiert, die Jüngeren zu Ruhe gemahnt und die älteren zum dabeibleiben motiviert.

Die Abschlussperformance, zu der auch die Eltern eingeladen werden können, bildet den "Höhepunkt" des Projektes, danach findet eine kleine Premierenfeier statt.

Viele Kids erleben die Aufführung als intensives Erfolgserlebnis. Sie sind zu Recht stolz darauf, die gemeinsame Arbeit und die Aufregung erfolgreich "durchgestanden" zu haben.

Methoden
Während der vier Tage haben die Teilnehmenden die Chance, sich spielerisch und experimentierend mit verschiedensten Methoden der Improvisation im zeitgenössischen Tanz und Theater auseinander zu setzen.

Sie erforschen ihren Körper und seine Bewegungsmöglichkeiten, lauschen ihrem Atem nach, experimentieren mit Gleichgewicht und Schwung. Sie probieren aus, wie man anderen in Bewegung und Tanz begegnen kann, welche Stimmungen dabei auftauchen, wie man mit Nähe und Distanz spielen kann.

Schließlich schreiben sie auch eigene Textfragmente, üben sprechen und schulen ihre Bühnenpräsenz.

Außerdem wird mit allen Fähigkeiten gearbeitet, die Einzelne bereits mitbringen. Musikinstrumente, Bewegungstechniken aus dem Kampfsport, Gesang, jede Art von Tanz, alles kann zum Einsatz kommen und gefördert werden.

Oft zeigt sich, dass in psychiatrischen Einrichtungen eine erstaunliche Bandbreite von künstlerischen Vorerfahrungen und Begabungen anzutreffen ist.

Die Jugendlichen können auch jede Art von Musik mitbringen, die sie gerne hören, und es wird versucht, diese einzubinden.

Ziele
Der gesamte Workshop funktioniert "prozessorientiert", das heißt, alle eingesetzten Methoden orientieren sich an den zutage tretenden Vorlieben, Bedürfnissen und Erfordernissen der Gruppe und der einzelnen Persönlichkeiten. Es gibt kein vorgegebenes Ziel zu erreichen.

Alle Kids dürfen mit entscheiden, in welchen Szenen sie bei der Performance auf der Bühne sein wollen und in welchen nicht. Die Performance ist eine "work in progress"- Aufführung, das heißt eine Collage aus erarbeiteten Einzelszenen.

Methodischer Hintergrund
Die verwendeten Methoden stammen einerseits aus der gestalt- orientierten Tanz- und Theatertherapie, andererseits aus der konkreten, praktisch erprobten Arbeit an Bühnenstücken im Bereich des zeitgenössischen Tanztheaters.

Dies ermöglicht, dass künstlerische "Selbst-Erfahrung" zum Teil des kreativen Prozesses wird, da das entwickelte Bewegungs- und Textmaterial später in die Bühnenperformance und somit eine ästhetische Form münden kann.

Voraussetzungen der Einrichtung
Bisher wurden die Projekte mit kompletten stationären KJP- Gruppen durchgeführt, also zehn bis vierzehn Jungen und Mädchen zwischen 7 und 17 Jahren.

Die täglichen Arbeitszeiten (ca. von 9:30 bis 12:00 und 14:00 bis 16:00) sollten für alle teilnehmenden Kinder und Jugendlichen verbindlich sein. Eine Therapeutin oder Psychologin aus der Einrichtung muss das Projekt während der gesamten Probenzeiten aktiv begleiten.

Außerdem benötigt die Einrichtung einen Raum in ausreichender Größe..

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(c) Ruth Knaup - Psychotherapeutin (HPG), Tänzerin, Dozentin, Supervisorin - Ruth.Knaup@gmx.de - Telefon +49 (0)331 37 95 104 - 14471 Potsdam - Impressum